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RECHNUNG 1937 – HEINRICH HORNFECK, NORDHALBEN | GASTHOF „ZUR WALDLUST“

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RECHNUNG 1937 – HEINRICH HORNFECK, NORDHALBEN | GASTHOF „ZUR WALDLUST“, HOLZ- & BAUWARENHANDEL


Ein Stück ganz normale Alltagsgeschichte aus dem Frankenwald – und genau deshalb heute so spannend.


Diese originale Rechnung vom 16. August 1937 stammt aus Nordhalben und wurde auf dem Geschäftspapier von Heinrich Hornfeck ausgestellt. Schon der Briefkopf erzählt ungewöhnlich viel über das damalige Wirtschaftsleben im Ort:


Heinrich HornfeckInhaberin: Friederike HornfeckHolzhandlung – „Gasthof zur Waldlust“ – BauwarengeschäftTelefon Nr. 2 · Telegramm-Adresse: Hornfeck · Bankkonto: Bezirkssparkasse Ludwigsstadt


Damit dokumentiert das Blatt einen für kleinere Orte typischen Mehrfachbetrieb: Gastwirtschaft, Holzhandel und Baustoffgeschäft unter einem Namen.


Nordhalben lag tief im Frankenwald, einer Region, in der Holz, Handwerk und kleine Gewerbebetriebe traditionell eine zentrale Rolle spielten. Der Markt war bereits seit 1900 über die Rodachtalbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen; zugleich erinnert die heutige Ortsgeschichtsdarstellung ausdrücklich an die einfachen Lebensverhältnisse und das handwerklich geprägte Wirtschaftsleben der Bevölkerung.


Was auf der Rechnung steht


Die Rechnung ist adressiert an:

„Herrn Seb. Lautenschläger – hier“


Sehr wahrscheinlich handelt es sich um Sebastian Lautenschläger aus dem örtlichen Umfeld; den vollständigen Vornamen würde ich im Angebot allerdings nur als „Seb.“ wiedergeben, weil genau diese Abkürzung auf dem Original steht.


Aufgeführt sind mehrere Lieferungen aus dem August 1937. Gut lesbar sind unter anderem:


  • mehrere Mengen Cement / Zement

  • 0,58 cbm Mauersand

  • weitere Baustofflieferungen

  • verschiedene Einzelpreise

  • Rechnungsbetrag zunächst 42,25 RM


Unten finden sich zusätzliche handschriftliche Rechen- bzw. Zahlungsnotizen. Diese gehören offensichtlich zur späteren Bearbeitung des Belegs und erhöhen den authentischen Charakter des Stückes.


Warum das historisch interessant ist


1937 war Deutschland bereits seit vier Jahren nationalsozialistisch regiert. Trotzdem bestand der Alltag nicht nur aus den großen politischen Ereignissen, die heute in Geschichtsbüchern stehen.

Menschen bauten Häuser, kauften Zement und Sand, gingen in die Gastwirtschaft, bezahlten Rechnungen und führten kleine Betriebe.


Genau solche Dokumente zeigen Geschichte von unten.


Während große politische Ereignisse millionenfach dokumentiert wurden, sind Rechnungen kleiner regionaler Betriebe oft verschwunden. Dieses Blatt erhält deshalb etwas, das in offiziellen Quellen leicht verloren geht:


Wie sah ein Geschäft in Nordhalben 1937 aus? Was wurde verkauft? Was kostete Baumaterial? Wie wurde bezahlt? Welche Betriebe bestimmten den örtlichen Alltag?


Der Briefkopf selbst ist fast schon eine kleine Gewerbeanzeige der Zeit – mit Telefonnummer 2, Telegrammadresse und Bankverbindung. Gerade die extrem niedrige Telefonnummer vermittelt heute unmittelbar, wie überschaubar das damalige örtliche Telefonnetz noch gewesen sein muss.


Details


  • originale Rechnung / Geschäftsbeleg

  • Nordhalben, Bayern

  • datiert 16.08.1937

  • Firma Heinrich Hornfeck

  • Inhaberin: Friederike Hornfeck

  • Holzhandlung

  • Gasthof „zur Waldlust“

  • Bauwarengeschäft

  • Telefon Nr. 2

  • Telegramm-Adresse Hornfeck

  • Bankkonto bei der Bezirkssparkasse Ludwigsstadt

  • Empfänger: Herr Seb. Lautenschläger

  • handschriftliche Baustoffabrechnung

  • u. a. Zement und Mauersand

  • Rechnungsbetrag 42,25 Reichsmark

  • zusätzliche handschriftliche Abrechnungs-/Zahlungsvermerke

  • vorgedruckter historischer Geschäftsbogen

  • Druckvermerk Hans Gremer, Nordhalben

  • gelocht

  • mehrere alte Faltungen

  • kleine Ausrisse im Bereich der Lochung

  • altersbedingte Patina und Gebrauchsspuren

  • insgesamt vollständig und gut lesbar

  • Vorder- und Rückseite siehe Originalbilder


Kein Dokument der großen Politik – sondern ein Stück echten Lebens aus Nordhalben im Jahr 1937: Baustoffe, Gastwirtschaft, Holzhandel und eine handgeschriebene Rechnung, die fast neun Jahrzehnte überlebt hat.


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