DEUTSCHE REICHSPOST 1889 – COBURG → MAGISTRAT GEROLZHOFEN | AMTLICHE KAISERREICH
DEUTSCHE REICHSPOST 1889 – COBURG → MAGISTRAT GEROLZHOFEN | AMTLICHE KAISERREICH-POST
Eine Nachricht an die Stadtverwaltung – geschrieben im Coburg des Kaiserreichs und am nächsten Tag mit der Reichspost nach Gerolzhofen geschickt.
Diese originale 5-Pfennig-Ganzsachenkarte der Deutschen Reichspost wurde am 29. Oktober 1889 in Coburg geschrieben und am folgenden Tag, dem 30. Oktober 1889, dort postalisch aufgegeben. Empfänger war ausdrücklich der „löbliche Magistrat“ in Gerolzhofen bei Schweinfurt.
Damit haben wir hier keine gewöhnliche private Grußkarte, sondern ein erhaltenes Zeugnis des kommunalen und geschäftlichen Schriftverkehrs im Deutschen Kaiserreich.
1889 gehörte Coburg zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, einem eigenständigen Bundesstaat innerhalb des 1871 gegründeten Deutschen Reiches. Gerolzhofen lag dagegen im Königreich Bayern. Die Karte überquerte damit innerhalb des Kaiserreichs sogar eine damalige Ländergrenze zwischen zwei deutschen Bundesstaaten – von Sachsen-Coburg und Gotha nach Bayern. Die gemeinsame Reichspost verband solche Städte und Behörden innerhalb des Reiches miteinander.
Gerolzhofen blickte zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine jahrhundertelange Stadtgeschichte zurück; der Magistrat bildete die damalige kommunale Verwaltungsinstanz. Dass die Karte direkt an diesen adressiert wurde, gibt ihr einen zusätzlichen lokal- und verwaltungsgeschichtlichen Charakter.
Das Stück selbst
originale Deutsche-Reichspost-Ganzsachenkarte
geschrieben Coburg, 29.10.1889
Poststempel COBURG, 30.10.1889
Empfänger: „löbl. Magistrat“ Gerolzhofen
Gerolzhofen bei Schweinfurt
Deutsches Kaiserreich
Abgangsort im damaligen Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha
Zielort im damaligen Königreich Bayern
eingedruckter 5-Pfennig-Wertstempel
vollständig handschriftliche Korrespondenz
postalisch gelaufen
authentische Altersspuren und Patina
über 135 Jahre erhalten
Die 5-Pfennig-Ganzsache selbst war ein alltägliches Kommunikationsmittel jener Zeit und ist philatelistisch heute nicht außergewöhnlich selten; vergleichbare Reichspost-Ganzsachen von 1889 werden im niedrigen einstelligen Eurobereich angeboten. Der Reiz dieses Stückes liegt deshalb in seiner konkreten Geschichte: Coburg, Gerolzhofen, zwei damalige Bundesstaaten und eine direkt an den städtischen Magistrat gerichtete Nachricht.
29. Oktober 1889: Jemand setzt sich in Coburg hin, schreibt an die Stadtverwaltung von Gerolzhofen – und einen Tag später beginnt diese kleine Karte ihre Reise durch das Deutsche Kaiserreich. Mehr als 135 Jahre später ist genau dieser Vorgang noch vollständig erhalten.
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